Warum es keine unpolitischen Geographiestudierenden geben darf

(Dieser Artikel erschien bereits in der Sonderausgabe der Geographikerin zum DKG im September 2019)

Was ist Geographie?

Die Geographie als Wissenschaft beschäftig sich mit der Erdoberfläche, dem Menschen, seiner materiellen und geistigen Umwelt, sowie dem Zusammenhang zwischen beiden. Ihre besondere Stärke ist dabei, dass sie Natur- und Gesellschaftswissenschaften verbindet, eine Brücke schlägt zwischen verschiedene Perspektiven und Methoden und somit vielfältige Zusammenhänge beschreibt und betrachtet (vgl. Deutsche Gesellschaft für Geographie DGfG: Geographie).

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Soziale Leere der digitalen Lehre

Eine studentische Perspektive zur digitalen Lehre und Selbstdarstellung der TU Dresden im Sommersemester 2020.

Nach wie vor fordern die Auswirkungen der Corona-Pandemie Anpassungen, Improvisationen, neue Überlegungen – der Zustand der Ausnahme tritt klar zu Tage. Klar ist auch, dass alle Menschen mehr oder weniger stark betroffen sind. Sowohl Einzelpersonen als auch Institutionen müssen momentan einen geeigneten Weg finden, mit der gegenwärtigen Situation umzugehen. Sei es dabei, finanziell über die Runden zu kommen oder ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden. Dies nimmt insbesondere staatliche Insitutionen in die Pflicht – jedoch macht der Umgang mit der Krise an diesen Stellen deutlich, wessen Probleme als dringlich und wichtig angesehen werden. Über die Schwierigkeiten, Benachteiligungen und Polarisierungen, die mit solchen Veränderungen einhergehen, wird geschwiegen. Dieser Beitrag möchte deshalb versuchen, einen kritischen Blick auf den aktuellen Umgang der Technischen Universität Dresden (TU) mit der Corona-Pandemie zu werfen. Er möchte außerdem aufzeigen, dass Digitalisierung nicht nur eine Frage der Technik ist.

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Zum Klassencharakter der Coronapandemie

Seit einigen Monaten befindet sich die Welt im Ausnahmezustand. Schon jetzt ist abzusehen, dass die aktuelle COVID 19 Pandemie fundamentale gesellschaftliche und politische Transformationen mit sich bringen wird. Während nachbarschaftliche Solidarität und Rückzug ins Private – wovon wiederum Menschen ohne Wohnung, in Geflüchtetenunterkünften oder Knästen ausgeschlossen bleiben – weiterhin geboten zu sein scheinen, sorgen sich gleichzeitig viele Menschen angesichts des zunehmend autoritären Vorgehens vieler Staaten. An der Hoffnung festhaltend, dass diese Transformation auch ein emanzipatorisches Potential haben könnte, welches es nun zu erkämpfen gilt, formulieren wir folgende Analyse und Kritik am aktuellen Vorgehen der kapitalistischen Staaten. Continue reading

Stellungnahme zur aktuellen faschistischen Mobilisierung in Griechenland

Seit einigen Tagen versuchen erneut tausende Menschen, die zum Teil seit Jahren auf der Flucht vor Gewalt und Unterdrückung sind, Europa zu erreichen. An der EU-Außengrenze werden sie daran aber gewaltsam gehindert. Das nekropolitische Grenzregime der EU-Außengrenzen – d.h. das Sterbenlassen wird als legitim konstruiert, welchem seit 2014 ungefähr 20.000 Menschen zum Opfer gefallen sind, wird weiterhin aufrechterhalten. Was neu ist: Faschist_innen reisen nach Griechenland, um dort – scheinbar unbehelligt – gegen Geflüchtete zu vorzugehen. Continue reading

Einige Gedanken zum Gedenken in Dresden

Auch wir als Kritische Geographie Dresden wollen uns zum Gedenken in Dresden äußern. Geographie beschäftigt sich damit wie sich gesellschaftliche Prozesse räumlich niederschlagen, insbesondere Fragen städtischer Entwicklung spielen dabei eine Rolle. Aus dieser Perspektive wollen wir hier eine Einschätzung zum Gedenken in Dresden geben. Continue reading

Analyse der Räumung des „Putzi“

Dem Staatstheoretiker Nikos Poulantzas zufolge trägt jeder demokratische kapitalistische Staat totalitäre Tendenzen in sich, welche gleichzeitig grundlegend für dessen Verfasstheit und untrennbar mit den kapitalistischen Verhältnissen verbunden sind. Hegemoniale Kämpfe, wie das Infragestellen kapitalistischer Verwertungslogiken oder des staatlichen Gewaltmonopols, akzentuieren diese Prädisposition und enthüllen den zu Grunde liegenden Totalitarismus. Auch die Repression, die Aktivist_innen nun als Antwort auf die Besetzung und Etablierung des „Putzi“ erfahren, sind Ausdruck dieser totalitären Tendenz, welche dem kapitalistischen Staat inhärent ist. Continue reading